Ebbe und Flut (Flood and Drain) Hydroponik
Ebbe und Flut flutet substratgefüllte Schalen 10–15 Minuten lang alle 1–4 Stunden, dann läuft es ab. Verzeihend, vielseitig, aber timer-abhängig.
BY ROOTLESS FARM
Kurze Antwort
Ebbe und Flut (Flood and Drain) flutet periodisch eine substratgefüllte Anzuchtschale mit Nährlösung und lässt sie dann ins Reservoir ablaufen. Flutungen laufen 10–15 Minuten alle 1–6 Stunden abhängig vom Substrat. Das System ist verzeihend und vielseitig, hängt aber vollständig von einem funktionierenden Timer und einer Pumpe ab [GROWER-LOGS].
Parameter
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Flutdauer | 10–15 Min. |
| Zyklusfrequenz | 1–6 Std. je nach Substrat |
| Nachtzyklen | Normalerweise null |
| Substrat | LECA, Steinwolle, Kokos |
| Reservoir | 30–80 L pro m² Schale |
| Beste Kulturen | Weit — von Salat bis Tomate |
| Stromabhängigkeit | Hoch, kurzer Puffer |
Funktionsweise
Eine timergesteuerte Pumpe füllt die Anzuchtschale aus einem darunterliegenden Reservoir, bis das Wasser ein Überlaufrohr erreicht, das auf die gewünschte Fluthöhe eingestellt ist (normalerweise 2–3 cm unter der Substratoberfläche). Nach der Flutdauer schaltet die Pumpe ab und die Schwerkraft lässt die Schale durch dasselbe Füllrohr ablaufen.
Der Zyklus liefert während der Flutung frische sauerstoffreiche Lösung zu den Wurzeln und zwingt beim Ablaufen zum Luftaustausch in der Wurzelzone. Dieser Luftaustausch ist der primäre Vorteil des Systems gegenüber vollständig untergetauchten Techniken [CORN-CEA-01].
Zyklusfrequenz nach Substrat
Substrate halten unterschiedliche Wassermengen, was die Zyklusfrequenz bestimmt:
- LECA (Blähton). Hält wenig Wasser. Alle 1–2 Stunden im Licht fluten.
- Kokosfaser. Hält moderate Wassermenge. Alle 4–6 Stunden fluten.
- Steinwollplatten. Hohe Wasserhaltekapazität. 1–3 mal täglich fluten.
- Perlit. Entwässert schnell. Alle 2–3 Stunden fluten.
Zu viele Zyklen ertränken Wurzeln; zu wenige lassen das Substrat austrocknen und EC um die Wurzelzonen konzentrieren [OSU-NUT-01].
Beste Kulturen
Ebbe und Flut ist das vielseitigste System für gemischte Kulturen:
- Salat und Blattgemüse (LECA)
- Basilikum, Minze, Petersilie (LECA oder Kokos)
- Paprika, kleine Tomaten (Kokos oder Steinwolle mit Stützen)
- Erdbeeren (LECA oder Kokos)
- Schnittblumen
Das System handhabt größere Pflanzen besser als NFT oder DWC, da das Substrat die Wurzelkrone stützt und die Schale Stützen trägt [GROWER-LOGS].
Ausfallmodi
- Schwimmer klemmt / Ablauf verstopft. Schale läuft über oder entwässert nicht. Täglich visuelle Prüfung während der Inbetriebnahme.
- Timer-Ausfall. Keine Flutung = Welken; ständige Flutung = ertränkte Wurzeln innerhalb von 6 Stunden.
- Pumpenverstopfung durch Ablagerungen. Wurzelpartikel und Biofilm. Groben Vorfilter am Pumpeneinlass hinzufügen.
- Salzkruste auf der Substratoberfläche. Durch langsame Verdunstung zwischen Zyklen. Alle 4 Wochen von oben mit Wasser spülen.
- Pythium in warmen Reservoiren. Reservoir unter der Schale erhält Lichteinfall und erwärmt sich. Isolieren oder kühlen [CORN-CEA-01].
Reservoirmanagement
Die Reservoirkapazität sollte mindestens das 3–5-fache des Volumens betragen, das zum Füllen der Schale benötigt wird, damit EC und pH nicht mit jedem Zyklus stark schwanken. Eine 1 m² große Schale, die auf 5 cm Tiefe geflutet wird, benötigt etwa 30 L Lösung; das Reservoir auf 80–100 L dimensionieren für Stabilität.
Reservoirlösung alle 10–14 Tage ersetzen, unabhängig vom EC-Messwert — Spurenelement-Drift akkumuliert schneller als EC widerspiegelt [OSU-NUT-01].
Energie- und Wasserbudget
Ein einzelnes Ebbe-und-Flut-System verwendet typischerweise eine 30–50 W Pumpe, die täglich insgesamt 1–2 Stunden läuft — weit geringere Einschaltdauer als NFT. Der Wasserverbrauch hängt von der Transpiration der Pflanzen ab. Der geschlossene Kreislauf bedeutet praktisch keinen Wasserverlust.
Im Gegensatz zu NFT hat Ebbe und Flut einen kurzen Puffer: Ein kurzer Stromausfall während einer Flutung lässt die Schale ablaufen, aber das Substrat bleibt je nach Substrattyp 4–8 Stunden feucht. Ein Stromausfall über 24 Stunden tötet die Ernte [GROWER-LOGS].
Unsere Empfehlung
Für einen Hobbyisten, der gemischte Kulturen auf kleiner Fläche anbaut, ist Ebbe und Flut kaum zu übertreffen. LECA in einer versiegelten Flutschale mit einem zuverlässigen mechanischen Timer (oder einem digitalen Timer mit manuellem Backup) verwenden, 12 Minuten alle 2 Stunden im Licht fluten und nachts null Flutungen. Lösung alle 14 Tage ersetzen und das Substrat alle 4–6 Wochen spülen, um Salzansammlungen zu verhindern. Ebbe und Flut nur weglassen, wenn ausschließlich Blattgemüse angebaut wird — für diesen einzelnen Anwendungsfall ist NFT oder DWC effizienter.
FAQ
4 entries- Q01Wie oft sollte ich eine Ebbe-und-Flut-Schale fluten?
- Hängt vom Substrat ab. Tonkügelchen: alle 1–2 Stunden im Licht. Kokos oder Steinwolle: alle 4–6 Stunden. Immer 0 Zyklen nachts.
- Q02Wie lange sollte jede Flutung dauern?
- 10–15 Minuten — lang genug, um das Substrat vollständig zu sättigen und die Luftblase auszutauschen, kurz genug, um Wurzelerstickung zu vermeiden.
- Q03Beste Kulturen für Ebbe und Flut?
- Alles außer hohen Fruchtpflanzen ohne Stütze. Salat, Kräuter, Paprika, kleine Tomaten und Erdbeeren funktionieren gut.
- Q04Welches Substrat für Ebbe und Flut?
- Blähton (LECA) ist Standard — er verdichtet sich nicht, entwässert schnell und hält jahrelang. Kokos oder Steinwolle funktionieren ebenfalls.