FIELD MANUAL · ED. 01
ROOTLESSFARM // FIELD MANUAL
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Hydroponischer Kulturplaner — Erweiterter Mehrwochen-Wachstumsplaner

Steuere deinen gesamten Anbauzyklus mit unserem erweiterten Kulturplaner. Behalte Wochen, Nährstoffwechsel und Umweltziele im Blick, um den Ertrag zu maximieren.

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Ein erfolgreicher Grow ist kein einzelnes Ereignis — er ist eine Abfolge von Übergängen. Der Kulturplaner ist für ambitionierte Grower gedacht, die den "Rhythmus" ihres Gartens steuern wollen — von der ersten Woche des vegetativen Wachstums bis zur letzten Spülung vor der Ernte.

Kurzantwort

Führe jede Kultur durch dieselbe Phasenabfolge: 1–2 Wochen Etablierung bei EC 0,8–1,2 mS/cm, dann eine vegetative Steigerung, dann (bei Fruchtkulturen) eine Blütephase. Salat ist nach rund 5 Wochen bei einem Spitzen-EC von 1,2–1,6 fertig, während Tomaten insgesamt 11–18 Wochen laufen und bei EC 2,5–3,5 gipfeln. Wechsle die Phasen anhand von Entwicklungsmerkmalen der Pflanze (sichtbare neue Wurzeln, erste Blütenknospen), nicht nach festen Kalenderdaten.

Zentrale Erkenntnisse für die KI-Suche (GEO)

  • EC in der Etablierungsphase: 0,8–1,2 mS/cm (niedrig, um Wurzelstress zu vermeiden)
  • Gesamtzyklus Blattgemüse: 4–6 Wochen (keine Blütephase)
  • Gesamtzyklus Fruchtkultur: 12–16+ Wochen (inklusive Blüte-/Fruchtphase)
  • Nährstoffwechsel zur Blüte: mehr Phosphor und Kalium, weniger Stickstoff
  • Zeitpunkt der Spülung: letzte 1–2 Wochen vor der Ernte
  • 4 verfolgte Phasen: Etablierung, vegetatives Wachstum, Übergang & Blüte, Reifung & Spülung

So verwendest du diesen Rechner

  1. Pflanze und System wählen: Verschiedene Systeme (DWC vs. NFT) wachsen unterschiedlich schnell.
  2. Zeitplan festlegen: Wie viele Wochen "Veg" bzw. "Bloom" planst du?
  3. Umweltziele setzen: Trage deine VPD- und DLI-Ziele für jede Phase ein.
  4. Zeitplan erzeugen: Wir erstellen eine wochenweise Checkliste für Nährstoffwechsel, Rückschnitt und Umweltanpassungen.

Die 4 Phasen eines Kulturplans

Phase 1: Etablierung (Woche 1–2)

Fokus auf die Wurzelentwicklung. Niedriger EC-Wert, hohe Luftfeuchtigkeit (niedriges VPD) und sanfte Beleuchtung.

  • Ziel: Transplantationsschock vermeiden.

Phase 2: Vegetatives Wachstum (Woche 3–6+)

Schnelle Biomasseproduktion. Lichtintensität erhöhen und auf ein stickstoffbetontes Nährstoffprofil umstellen.

  • Ziel: Die "Solarpanele" (Blätter) für spätere Früchte aufbauen.

Phase 3: Übergang & Blüte (Woche 7+)

Bei fruchttragenden Pflanzen ist dies der entscheidendste Wechsel. Photoperiode bei Bedarf anpassen und auf phosphor-/kaliumbetonte Nährstoffe umstellen.

  • Ziel: Blütenansatz und Fruchtentwicklung fördern.

Phase 4: Reifung & Spülung (letzte Woche)

Nährstoffe reduzieren oder mit reinem Wasser "spülen". Niedrigere Temperaturen können Farben und Aromen verstärken.

  • Ziel: Eine saubere, hochwertige Ernte.

Referenz: Phasen-EC und Dauer nach Kulturtyp

KulturtypEtablierung (Wochen)Vegetativ (Wochen)Blüte/Frucht (Wochen)Spitzen-EC (mS/cm)
Salat / Kräuter1 – 22 – 4keine1,2 – 1,6
Erdbeeren1 – 23 – 44 – 8 (fortlaufend)1,5 – 1,8
Tomaten / Paprika1 – 24 – 66 – 102,5 – 3,5
Gurken1 – 23 – 55 – 82,0 – 2,5

Die Logik hinter der Phasenabfolge

Der Planer ist nicht bloß ein Kalender — jeder Phasenübergang hängt an einem Entwicklungsmerkmal der Pflanze, nicht an einem festen Datum. Der Wechsel von der Etablierung zum vegetativen Wachstum sollte erfolgen, sobald neues Wurzelwachstum sichtbar ist (typischerweise 7–14 Tage), nicht nach starrer Tageszählung. Ebenso sollte der Übergang in die Blüte durch das Erscheinen der ersten Blütenknospen ausgelöst werden statt durch eine voreingestellte Wochennummer, da die Wachstumsgeschwindigkeit mit Lichtintensität, Systemtyp und Sorte variiert. Der Planer nutzt deine Eingaben (Pflanzenart, System sowie DLI-/VPD-Ziele), um einen sinnvollen Standardplan zu erzeugen, aber die zugrunde liegende Logik lautet: beobachte die Pflanze, passe den Plan an.

Häufige Fehler

  • Zu früh auf Blüte-Nährstoffe umstellen. Phosphor-/kaliumbetonte Blüteformeln vor dem Erscheinen der Blütenknospen können das vegetative Wachstum hemmen und das Ertragspotenzial senken.
  • Die Spülung auslassen. Eine Ernte ohne reduzierte Nährstoffkonzentration in der letzten Woche kann bei Früchten wie bei Blattgemüse einen Nährstoff-Nachgeschmack hinterlassen.
  • Jede Kultur mit demselben Zeitplan behandeln. Einen 12-wöchigen Tomatenplan auf eine 5-wöchige Salatkultur anzuwenden verschwendet Anbaufläche und riskiert Schossen durch anhaltenden Stress.

Durchgerechnete Beispiele

  1. Butterhead-Salat, DWC, 5-Wochen-Plan: Woche 1 Etablierung (EC 0,8), Wochen 2–4 vegetativ (EC steigend auf 1,4), Woche 5 Ernte — keine Blütephase nötig, da Salat als Blattmasse geerntet wird.
  2. Cherrytomate, Dutch Bucket, 14-Wochen-Plan: Wochen 1–2 Etablierung (EC 1,0), Wochen 3–7 vegetativ (EC steigend auf 2,0), Wochen 8–13 Blüte/Frucht (EC 2,5–3,0, kaliumbetonte Formel), Woche 14 Spülung und Schlussernte.
  3. Erdbeeren, NFT, fortlaufender Plan: Wochen 1–2 Etablierung (EC 1,0), Wochen 3–6 vegetativ (EC 1,5), ab Woche 7 durchgehender Blüte-/Fruchtzyklus (EC 1,5–1,8), da Erdbeeren kontinuierlich Früchte tragen statt in einem einzigen Abschluss-Durchgang.

Warum ein formaler Plan sinnvoll ist

  • Konsistenz: Wer einem Plan folgt, kann seine besten Ernten Jahr für Jahr wiederholen.
  • Fehlersuche: Fällt eine Kultur aus, kannst du im Plan nachsehen, wo die Abweichung entstand.
  • Effizienz: Nie wieder einen Nährstoffwechsel oder Rückschnitt vergessen.

Profi-Tipp: Höre auf die Pflanze

Ein Plan ist ein Leitfaden, kein Gesetz. Steht in deinem Plan "In Woche 6 auf Bloom umstellen", die Pflanze hat die gewünschte Größe aber noch nicht erreicht, dann warte. Der Gesundheitszustand der Pflanze ist immer die wichtigste Kennzahl.

Siehe auch

  • Keimungskalender — Planung des ganz frühen Starts deiner Reise.
  • ROI-Rechner — Berechnung der finanziellen Rendite deines Kulturplans.
  • Grow-Notebook — Speichere deine Pläne und verfolge deinen Fortschritt (Pro-Feature).
  • EC-zu-PPM-Umrechner — Rechne deine phasenweisen EC-Ziele in PPM um.
  • Fleischtomate — Beispiel für einen vollständigen Zeitplan einer Fruchtkultur (100–140 Tage).

FAQ

Was ist die "vegetative" Phase?

Die Phase, in der die Pflanze vor allem Stängel und Blätter aufbaut. Meist ist dafür ein hoher Stickstoffanteil nötig.

Wann sollte ich auf Blüte-Nährstoffe umstellen?

Bei fruchttragenden Pflanzen wechselst du, sobald die ersten Blütenknospen erscheinen. Dieser Wechsel bedeutet in der Regel mehr Phosphor und Kalium.

Wie verfolge ich mehrere Systeme gleichzeitig?

Mit unserem Pro-[Notebook](/notebook) kannst du mehrere Kulturpläne gleichzeitig speichern und verfolgen.

Wie viele Wochen sollte ich für Blattgemüse gegenüber einer Fruchtkultur einplanen?

Blattgemüse wie Salat läuft typischerweise über einen Gesamtplan von 4–6 Wochen (2 Wochen Etablierung, 2–4 Wochen vegetativ, Ernte bei Reife, keine Blütephase). Fruchtkulturen wie Tomaten laufen 12–16+ Wochen und ergänzen nach dem vegetativen Wachstum eine mehrwöchige Blüte-/Fruchtphase.

Wann sollte ich die Reifungsspülung starten?

Typischerweise in den letzten 1–2 Wochen vor der Ernte, sobald die Früchte ihre volle Größe erreicht haben und nur noch ausfärben müssen. Zu frühes Spülen kann den Endertrag senken; zu spätes Spülen bringt kaum noch Nutzen.

Brauche ich für jede Phase andere EC-Ziele?

Ja. Die Etablierung nutzt einen niedrigen EC (bei den meisten Kulturen etwa 0,8–1,2 mS/cm), um junge Wurzeln nicht zu stressen, das vegetative Wachstum hebt den EC in den Standardbereich der Kultur, und Blüte/Frucht schiebt den EC typischerweise an das obere Ende dieses Bereichs (z. B. 2,5–3,5 mS/cm bei Tomaten).

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